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Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

Obwohl das Brot in unserem Backverein die Hauptrolle spielt und wir uns dem Backhandwerk verschrieben haben, ist es doch oft nur eine Art Mittel zum Zweck. Es bringt Menschen zusammen und sorgt auch für das, was wir neben der Sättigung dringend benötigen – Gemeinschaft.

So zu erleben am vergangenen Freitag und Samstag bei der ersten Ausgabe der Wilden Brotzeit. Dieses kleine Format der Wilden Werkstatt gibt wie immer neben dem Brot auch den essbaren Wildpflanzen eine Bühne und so finden sich über 40 Interessierte aus Bucha und der Region zu ein paar spätsommerlichen Stunden am Backhaus ein. Neulinge oder Stammgäste – alle wollen mehr über das Brotbacken im Holzbackofen oder den Genuss essbarer Wildpflanzen erfahren. Neben der  schön geschmückte Tafel, den Kleinigkeiten im Werkstattshop, ziehen auch die gemeinsamen Stunden in geselliger Atmosphäre die Besucher an. 

Nach einer arbeitsreichen Woche kann man in der Beschäftigung mit den angebotenen Themen seinen Alltag mal beiseitelegen, die Sorgen vergessen, ins Gespräch kommen, sich über Erfahrungen austauschen und nicht zuletzt die Köstlichkeiten genießen.

Zünftig beginnt der Nachmittag mit selbst gemachten Likören, die Kräuterpädagogin Marion mitgebracht hat. Da ist neben Schlehen-, Rosen- und Quittenlikör auch ein Pflaumenkern-Amaretto und als alkoholfreie Variante ein frischer Holunderbeersaft dabei.

Danach geht es in die Workshopgruppen und während Backenthusiast Enrico seiner Gruppe die notwendigen Fakten zum Brotbacken anschaulich vermittelt, begibt sich die Kraut-Gruppe auf einen kleinen Kräuterspaziergang in die Umgebung.

Und dann gilt es, gemeinsam selbst aktiv zu werden. Zwei Brotsorten und Dinnete (eine Art Flammkuchen) stellt die Backgruppe her, während die Kräuterfrauen passende Aufstriche aus Wildpflanzen mixen. Das braucht Abstimmung, denn alles soll zum gemeinsamen Abschluss – der zünftigen Brotzeit – fertig sein. Bei herrlichstem Wetter und guter Laune ist das aber kein Problem.

Gruppe Brot

Gruppe Kraut

Im Hintergrund wirbelt unser fantastisches Team, das auch an diesem Wochenende durch eine Zahl junger Helfer ergänzt wird. Da wird abgewaschen, geputzt, Fehlendes organisiert, Tee und Honig verkauft, der einsame, kranke Hund ausgeführt, Brot gereicht, der Backofen angefeuert, Likör ausgeschenkt, ein Löwenzahnsmoothie für alle kredenzt, geschleppt, geräumt, gewienert und alles mit einem Lächeln – ihr seid einfach Spitze!

Und dann ist es soweit – unsere Brotzeit kann beginnen. Wir starten mit einem wilden, alkoholfreien Aperetivo aus Vogelbeeren und Grapefruit, danach gibt es ofenwarme Dinnete und frisches Brot mit Wildkräutercremes. Da bleibt keiner hungrig am Tisch zurück. Es wird gekostet und  für gut befunden, man prostet sich zu und ist stolz auf die selbstgemachten Leckereien. Auch die jungen Leute am Dorfteich, die auf den Bänken gemütlich ihren Nachmittag verbringen und schon so oft mit angepackt haben, bekommen einen Anteil von der Köstlichkeit. Und so hat unser Brot einmal mehr Gemeinschaft geschaffen, eine Zusammengehörigkeitsgefühl erstellt, Fröhlichkeit und schöne Erlebnisse befördert und natürlich auch den Magen gefüllt. 

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ – er braucht auch den Austausch, Inspiration, Naturverbundenheit und Geselligkeit. Die Wilde Brotzeit ermöglicht all dies – und wir sehen es an den Gesichtern der Gäste – welch ein Geschenk. 

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